Tätigkeitsbericht und Projektübersicht 2018/2019

In den vergangenen 12 Monaten gab es viel Neues von StadtBauKultur NRW: Neue Projekte, neue Publikationen, neue Projektpartner und auch personell hat sich so einiges getan. Eine vollständige Darstellung aller Themen und Projekte, die StadtBauKultur NRW 2018 bearbeitet hat, finden Sie in diesem Tätigkeitsbericht.

Editorial

Notre Dame brennt: Die weltweite Erschütterung über das Unglück, das beinahe zum Verlust des Wahrzeichens der Stadt Paris geführt hat, führt unmittelbar vor Augen, welche unglaubliche Bedeutung Gebäude und Architektur im Allgemeinen für die lokale Identität haben. Sicher – nicht jedes Gebäude ist in gleichem Maße symbolisch aufgeladen und nicht jedes begleitet eine Stadtgesellschaft seit fast 800 Jahren. Aber dass Gebäude geliebt, geschätzt und im Zweifelsfall auch sehr vermisst werden – das lässt sich an sehr vielen kleinen und großen Beispielen zeigen. Nicht allen Gebäuden wird diese große Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu teil: manchmal zu recht, oft aber auch, weil einzelne Gebäude durch die tägliche Begegnung mit einem Schleier alltäglicher Unsichtbarkeit überzogen wurden. Dabei sind es gerade auch die Alltagsarchitekturen, die das Lebensgefühl in einer Stadt bestimmen.
 

Sich zu Hause fühlen in einer Stadt – das hat viel damit zu tun, was man über Straßen und Plätze kennt, dass man weiß, welche Geschichten sich hinter den Fassaden verbergen. Und es hat viel mit Wertschätzung zu tun, die mit dem Wissen darum kommt, aus welcher Tradition heraus und mit welchem Anliegen frühere und aktuelle Projekte gedacht wurden und werden. Dass die Wertschätzung von Baukultur aus unterschiedlichen Epochen durchaus Schwankungen unterliegt, hat sich durch die Architekturgeschichte immer wieder gezeigt. Dass aber eine fehlende Wertschätzung durch Vermittlungsangebote durchaus wieder geweckt werden kann, hat das Projekt Big Beautiful Buildings im Jahr 2018 unter Beweis gestellt. Hier wurden die Gebäude der Nachkriegsmoderne ins Scheinwerferlicht getaucht – und in vielen Rückmeldungen wurde deutlich, dass diese besondere Aufmerksamkeit die Zuneigung vieler Nutzerinnen und Nutzer zu den Gebäuden noch gestärkt hat. Damit dieser Zugang zu bekannteren und unbekannteren Perlen der Nachkriegsarchitektur auch einem breiten Publikum zugänglich wird, erscheint Mitte des Jahres ein neuer Architekturführer, der im handlichen Format neue Wege ins Ruhrgebiet weist. Das Projekt Big Beautiful Buildings hatte indes noch viele andere Facetten zu bieten – einen kleinen Überblick gibt der Text auf Seite.

 

Auch das Projekt Sight Running NRW macht Gebäude und Stadträume erlebbar – und das gleich mit vielen Sinnen zugleich. Die App, die in einem Kooperationsprojekt vieler Projektpartner von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen entwickelt wird, verbindet ein sportliches Erlebnis mit baukulturellen Inhalten. Während man durch Städte in Nordrhein-Westfalen joggt, kann man sich akustisch begleiten lassen und erfährt über seinen Kopfhörer interessante Fakten und Hintergründe zu den baukulturellen Highlights, die man passiert. Dieses Projekt macht nicht nur Städte auf eine ganz neue Art erlebbar, sondern lebt auch davon dass begeisterte Sportlerinnen und Sportler ebenso wie Baukulturinteressierte zusammen daran arbeiten, die besten Seiten ihrer Stadt ins rechte Licht zu rücken. Mehr zu diesem Projekt finden Sie hier:

 

Mehr über Gebäude und Architekturen zu wissen, ist aber nur ein Aspekt gelungener Baukultur. Wichtig ist auch, das Wissen zusammenzutragen, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und dazu beizutragen, dass sich Gebäude und Städte gut weiterentwickeln. Für diesen Ansatz steht das Projekt „Supermarkt der Ideen“ in Oberhausen. Es widmete sich einer der komplexesten Fragestellungen, vor denen die Stadtentwicklung im Moment in vielen Städten steht: Wie gehen wir damit um, dass an vielen Orten immer mehr Leerstände in der Innenstadt entstehen? Einfache Lösungen gibt es hier nicht: regionale Besonderheiten und globale Trends wie der Onlinehandel treffen aufeinander, die Interessen von Eigentümer:innen, Nutzer:innen und öffentlicher Hand müssen unter einen Hut gebracht werden und es fehlt an positiven Bildern einer Innenstadt, in der nicht mehr in jedem Ladenlokal ein Geschäft betrieben wird. In Oberhausen hat sich in diesem Zusammenhang eine weitere Fragestellung ergeben: hier liegt das Kreativquartier mitten in der Innenstadt. Wie sich aus dieser Konstellation neue Synergien ergeben können, wurde in zwei sehr intensiven Monaten mit ganz unterschiedlichen Akteuren diskutiert. Mit einem guten Ende: der Supermarkt der Ideen besteht weiter und auch erste Ideen wie eine Summerschool wurden schon umgesetzt. Mehr dazu ab Seite...

 

Wissen, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Zusammenarbeit: das sind wichtige Bausteine, die es braucht, um die Herausforderungen der Zukunft für Gebäude und Städte zu lösen. Sie entstehen nicht über Nacht, sondern sind das Ergebnis einer gemeinsamen (Bau-)Kultur, die vor Ort von den Menschen an diesem Ort entwickelt und gepflegt wird.

 

 

Informationen

Herausgeber:

Landesinitiative StadtBauKultur NRW

Jahr:

2019

Format:

A5

Umfang:

114 S.

Preis:

kostenfrei

Erscheinungsdatum: Mai 2019

Download

 Tätigkeitsbericht und Projektübersicht 2018/2019 (pdf, 5,244 kB)

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