Heimatwerker

Die Heimatwerker im September 2016 | Foto: StadtBauKultur NRWDie Heimatwerker im September 2016 | Foto: StadtBauKultur NRWDie Heimatwerker im September 2016 | Foto: StadtBauKultur NRWDie Heimatwerker im September 2016 | Foto: StadtBauKultur NRWDie Heimatwerker im September 2016 | Foto: StadtBauKultur NRWDie Heimatwerker im September 2016 | Foto: StadtBauKultur NRW

Die Stadt Nieheim startet ein außergewöhnliches Projekt, das die Beseitigung von Leerstand mit der Integration und Qualifikation von Flüchtlingen verbindet: Eine kleine Gruppe ausgewählter Flüchtlinge wird gemeinsam mit ehrenamtlich engagierten Bürgern und mit Architekturstudenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe ein altes Ackerbürgerhaus sanieren und für gemeinsame Zwecke nutzen. In der ersten Projektphase wird das Erdgeschoss umgebaut. Denkbare Nutzungen sind Seminarräumen für Sprachkurse oder andere gemeinschaftliche Nutzungen, wie z. B ein Café, eine Bibliothek oder eine offene Werkstatt.

Wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Qualifizierung von Flüchtlingen. Die beginnt bereits bei der gemeinsamen Planung des Projektes. Danach sollen die Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, als Praktikanten oder Auszubildende in den beauftragten Handwerksbetrieben mitzuarbeiten. Dadurch wird das Potenzial insbesondere der jungen Asylsuchenden genutzt, die eine sinnvolle Aufgabe und vor allem auch langfristig eine berufliche Perspektive erhalten. Profitieren können auch die regionalen Unternehmen im Bausektor, denen es oft an Auszubildenden mangelt. Außerdem stärkt das „Selberbauen“ das Selbstwertgefühl der jungen Menschen und die Identifikation mit der Stadt Nieheim.

Mit ihrem Projekt möchte die Stadt Nieheim ein besonderes Integrationsangebot schaffen und den Flüchtlingen darüber hinaus eine Bleibeperspektive geben. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt mit rund 300.000 Euro aus einem Städtebau-Sonderprogramm für die Integration von Flüchtlingen.

Durchgeführt wird das Projekt durch einen Zusammenschluss der Stadt Nieheim, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Landesinitiative StadtBauKultur NRW 2020. Die Immobilie wird von der privaten Eigentümergemeinschaft für die Dauer des Projekts zur Verfügung gestellt.

Nach dem sich die Studierenden bereits seit April 2016 vor Ort mit dem Haus und seiner Umgebung auseinandergesetzt hatten, um die anschließenden Planungs- und Baumaßnahmen vorzubereiten, fand Ende September die große Auftaktveranstaltung statt. In der "Heimatwerkstatt" suchten Geflüchtete, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler aus Nieheim eine Woche lang gemeinsam nach Ideen für die Nutzung. Verschiedene Konzepte – vom Fitnessstudio über eine Bibliothek bis hin zu Werkstätten – wurden mit viel Improvisationstalent im Haus schon einmal modellhaft eingerichtet. 

Wozu die Räume tatsächlich umgebaut werden, wird in den nächsten Woche weiter geplant. Bereits in der Zwischenzeit bis zum Baubeginn im Frühjahr 2017 wird im Haus aber keine Ruhe einkehren: Die Hochschule Owtwestfalen-Lippe plant regelmäßige Lehrveranstaltungen vor Ort, das Haus steht Ehrenamtlichen für Sprachkurse und Kochabende zur Verfügung, einmal pro Woche soll es eine offene Werkstatt geben, in der bereits erste handwerkliche Projekte umgesetzt werden könne. Auch die Nieheimer Bürgerinnen und Bürger haben weiterhin Gelegenheit, das Projekt bei öffentlichen Veranstaltungen oder durch aktive Mitwirkung kennenzulernen.

Heimatwerker

Jahr

2016

Ein Kooperationsprojekt der Landesinitiative StadtBauKultur NRW 2020

Themenfeld

Wir-Urbanismus

Art

Umsetzungsprojekt

Ort

Nieheim

Kooperationspartner

Stadt Nieheim, Hochschule Ostwestfalen-Lippe / Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur

Links

Projekt-Website: Heimatwerker

Kooperationspartner:

Stadt Nieheim
Hochschule Ostwestfalen-Lippe