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UmBauKultur – 08.12.2017

Umbau statt Abriss – Konzepte für die Sanierung von Problemimmobilien

Nordstraße in Dortmund, Fotograf: Cristóbal MárquezNordstraße in Dortmund, Fotograf: Cristóbal Márquez

Durch großangelegte Fördermaßnahmen des Landes wird derzeit in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen versucht, sogenannten „Schrottimmobilien“ Herr zu werden. Vor allem in benachteiligten Quartieren an Rhein und Ruhr sind diese sanierungsbedürftigen Gebäude zu finden, die durch Sozialbetrug, Überbelegung und hygienische Missstände immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Der strategische Aufkauf der Häuser durch die Kommunen, der oft erst durch die Förderung möglich wird, soll dabei helfen, die Wohnqualität in diesen Vierteln wieder aufzuwerten. Häufig erscheint der Abriss als einzige wirtschaftliche Lösung: Zu teuer ist eine konventionelle Sanierung angesichts der geringen Mieten, die an solchen Standorten zu erwarten sind. Hinzu kommen die nicht kalkulierbaren Risiken, die den Umbau historischer Bausubstanz erheblich verteuern können. Was aber, wenn es um stadtbildprägende, mitunter sogar denkmalgeschützte Bauten geht?

Zwei gute Beispiele für alternative Sanierungsmodelle werden derzeit in Dortmund und Rees realisiert.

In der Dortmunder Nordstadt nimmt sich erneut die Stiftung Soziale Stadt einer Problemimmobilie an. Mit ihrer gemeinnützigen Tochtergesellschaft GrünBau saniert sie ein gründerzeitliches Gebäude, um es anschließend wieder an die Kommune zu veräußern. Auf der Baustelle werden vor allem Langzeitarbeitslose beschäftigt und qualifiziert. Dass dieses Modell erfolgreich ist, konnte die Stiftung bereits mit einem ähnlichen Projekt 2014 unter Beweis stellen. Weitere Informationen unter: www.ruhrnachrichten.de

Einen ganz anderen Antrieb hat der neue Eigentümer eines denkmalgeschützten Objekts in Rees am Niederrhein. Das Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert galt als Schandfleck für die Altstadt, viele Anwohner forderten den Abriss, ein Interessent nach dem anderen kapitulierte vor der schwer zu kalkulierenden Umbauaufgabe. Für einen lokalen Mauermeister jedoch stellt sich nun der Herausforderung und saniert das Haus in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Kostenmindernd wirkt dabei neben Denkmalfördermitteln vor allem die Eigenleistung, die der Handwerker nach Feierabend und am Wochenende in den Bau steckt. In der Rheinischen Post erklärte er seinen Ansporn: "Ich will beweisen, was unser goldenes Handwerk leisten kann.“ Weitere Informationen unter: www.rp-online.de

Weitere Ideen für die Sanierung von Problemimmobilien durch urbane Pioniere stellt die Studie „Gründerzeit“ vor, die StadtBauKultur NRW 2015 herausgegeben hat.

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