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LebensRäume – 05.06.2019

Mit gutem Beispiel voran – Hiddenhausen setzt mit Erfolg auf seine Bestandsbauten

Das Problem verwaister Ortskerne hat die Gemeinde Hiddenhausen in Ostwestfalen – zwischen Herford, Minden und Osnabrück – erkannt. Nach einer Datenerhebungim Jahre 2007 initiierte sie das Förderprogramm „Jung kauft Alt“, um den bis dato 100 leerstehenden Häusern in ihren sechs Dorfkernen neues Leben einzuhauchen. Junge Familien, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind und eines der Bestandsbauten kaufen, bekommen dort auf sechs Jahre verteilt einen Bonus von bis zu 9.000 Euro und weitere 1.500 Euro für ein Altbaugutachten zur Bewertung der Bausubstanz. Bisher konnten so 553 Hauskäufe und 1.700 Einwohner, von denen 58 Prozent neu zugezogen sind, gefördert werden.


Neues Bauland wie in den 1960er und 1970er Jahren wird ganz bewusst nicht ausgewiesen. Damit stellt sich Hiddenhausen einem Trend entgegen, dem viele andere Gemeinden und Kommunen noch immer nachgeben. Laut Gabi Troeger-Weiß, Professorin für Regionalentwicklung an der Universität Kaiserslautern, liegt dies an dem Trugschluss, neue Wohngebiete würden vor allem Gewinne erzielen. Dabei zeigte sich in verschiedenen Studien, dass die Folgekosten, zum Beispiel für die Erschließung der Wohngebiete und deren Unterhalt höher sind als die Einnahmen durch Grund- und Grunderwerbssteuer. Doch nicht nur die Gemeinden zahlen am Ende drauf, sondern auch die Bewohnerinnen und Bewohner. Wie eine Auswertung des Bundes Naturschutz zeigt, sparen Orts- und Dorfbewohner im Schnitt insgesamt drei Jahre Lebenszeit durch kürzere Wege ein, da sie ganz ohne Auto auskommen, und obendrein noch bei Wohn- und Mobilitätskosten. Darüber hinaus fördert das Neubauen “auf der grünen Wiese“ die Flächenzersiedlung, die grade in ländlichen Regionen und aus ökologischer Sicht zum Beispiel zur Bindung von CO2 oder als Nahrungsquelle für Insekten und Bienen benötigt wird. Der so genannte „Donut-Effekt“ ist die Folge: Die zentralen Ortskerne mit ihren Bestandsbauten werden zugunsten der Neubauten, die in konzentrischen Kreisen drum herum immer weiter nach außen wachsen, aufgegeben.

Weitere Kommunen und Gemeinden sind dem Erfolgsbeispiel gefolgt und haben ähnliche Förderprogramme auf den Weg gebracht, unter anderem die Städte Wetzlar und Schwalmstadt (Nordhessen) sowie die Gemeinde Brachttal (Südhessen).

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.zeit.de und www.demografie-portal.de.

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