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UmBauKultur – 17.04.2015

Müllhäuser

Mit jährlich rund 200 Millionen Tonnen Abfall ist der Bausektor der größte Müllproduzent in Deutschland. Unter dem Titel Reduce/Reuse/Recyle zeigte die von StadtBauKultur NRW Anfang des Jahres in Dortmund gezeigte Ausstellung, wie das Prinzip der Müllvermeidung auf die Bauwirtschaft übertragen werden kann – etwa durch Wiederverwendung von Bauteilen oder Materialrecycling. Weltweit gibt es einige Projekte, die dieses Konzept auf die Spitze treiben. Der amerikanische Architekt Michael Reynolds baut seit 1971 Häuser aus Müll. Angefangen hat er mit einem Gebäude aus alten Bierdosen in der Wüste New Mexicos, mittlerweile gibt es hunderte Häuser von den Niederlanden über Portugal bis Brasilien. Die Wände seiner „ Earthships“ bestehen aus mit Erde gefüllten Autoreifen, aber auch aus Aludosen und Glasflaschen. Hinzu kommen natürliche Materialien wie Lehm und Steine. Durch eine Regenwasserauffanganlage, Photovoltaik und Windenergie ist eine autarke, ressourcenschonende Wasser- und Elektrizitätsversorgung möglich. Auch Selbstversorgergärten gehören zum Konzept. Wie man ein solches Haus baut, kann man in der Earthship Biotecture Academy lernen.

Mehr über den „Herrn der Müllhäuser“ in einem Artikel der Welt am Sonntag unter www.welt.de und auf der Earthship-Website.

Während Reynolds Earthships schon durch ihre ungewöhnlichen organischen Formen auffallen, sieht man dem Waste House in Brighton seine unkonventionelle Bauweise nicht auf den ersten Blick an. Doch die Schindelfassade besteht aus Teppichfliesen, die Wände sind mit alten Zahnbürsten, CD-Hüllen und Videokassetten gedämmt, die Fenster mit Fahrradschläuchen abgedichtet. Auch Stoffreste und Altpapier wurden verarbeitet. Realisiert wurde das Haus 2013/2014 von Designstudenten der Universität Brighton und vielen freiwilligen Helfern nach dem Entwurf des Architekturbüros BBM. Genutzt wird es vor allem als Modellhaus zur Erforschung alternativer Baumaterialien, aber auch um für das Thema des nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen zu sensibilisieren. Da das Haus alle baurechtlichen Anforderungen erfüllt, kann es auch langfristig genutzt werden. Eine Weiterentwicklung des ersten Prototyps ist geplant.

Weitere Informationen zum Waste House unter www.arts.brighton.ac.uk und aus der WiWo Green unter www.green.wiwo.de

Weitere interessante Häuser aus Müll:

-       das Projekt United Bottle, das Krisenregionen mit Wasser aus Plastikflaschen versorgt und diese danach als Baumaterial verwendet: www.united-bottle.org

-       das Jelly Fish Theather von Folke Köbberling und Martin Kaltwasser, ein vollständig aus  wiederverwendeten Materialien wie alten Küchenschränken, Palletten und ausgedienten Kulissenteilen gebautes Theater, das während des London Festival of Architecture 2010 zwei Monate lang bespielt wurde: www.koebberlingkaltwasser.de/jellyfish

-      die Entwürfe des niederländischen Büros Superuse Studios, bei denen mit verschiedenen wiederverwendeten und recycelten Materialien experimentiert wird – von Transportkisten über Bauschilder bis zu aufbereitetem Metall: www.superuse-studios.com

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